(1) zb Ikebana/Blumenstecken, Korbflechten, Färben mit Pflanzenfarben, Holzschnitzen, Arbeit mit Tonerde gehören u.a. eigenständigen Berufen oder Handwerken an (zb grüne Berufe: Floristrik / Handwerk: Töpfern)
Die Interventionen sind in der folgenden Übersicht in drei Hauptgruppen gegliedert. Es lassen sich darin auch alle Weiteren zordnen - ein Vorschlag für ein Ordnungssystem.
Im Zentrum der Darstellung stehen die Naturgestützten Aktivitäten. Die Wirkungen, sind links oben aufgeführt.
Mit der Kenntnis von ICD/ICF können die Aktivitäten hilfreich in der Begleitung von Menschen sein und gezielt angewendet werden, differenziert nach aktivierten, fördern, erhalten, oder therapeutische.
Die Aktivitäten können in der Wirksamkeit und Anwendung an der Schnittstelle zu anderen Verfahren liegen, wie zb die Bewegungsförderung durch Gartenarbeit, wie sie auch in der Physiotherapie erfolgt.
Weiterhin können Aktivitäten einschlägigen beruflichen Handlungsfeldern entlehnt werden, wie zb die Arbeit mit Pflanzen aus den Berufen Gärtnerin, Förster oder Floristin.
Jeder Beruf bringt für sich, einschlägige fachliche Kompetenzen mit, aus denen Aktivitäten gestaltet werden können.
Ausrichtung am IGT:BERLIN
In der Anleitung und Reflexion vielfältigster Angebote, Workshops und Fortbildungen sind wir mit Aktivitäten, Übungen und Methoden aus verschiedenen Bereichen in Kontakt:
Waldzeiten, Gartenarbeit, Künstlerisch-Kreatives Gestalten mit Naturmaterialien (1), Sensorische Stimulierung, Beteiligung, Soziale Interaktion u.v.m.
Es stellte sich zunehmend auch die Frage, wie die Fortbildung am IGT:BERLIN auszurichten und zu bezeichnen sei.
In den Anfängen gab es starke Bezüge und Affinitäten zum Garten, zu Gartenarbeit als Ausgangspunkt auch fachlicher Sichtweisen. Über die Jahre wurde uns klar, dass es zu aller erst der direkte und gezielte Kontakt mit Natur ist, wodurch Erfahrungen gemacht werden und Heilsames erlebt wird.
Durch die Bezeichnung "Naturgestützt" wird ein Rahmen gesetzt, in dem die verschiedensten Disziplinen ein Dach finden.
zb Gartentherapie ist ein zielgerichteter, therapeutischer Prozess, der im Garten und/oder Gewächshaus sattfinden kann.
Waldbaden ist nicht mehr unbedingt therapeutisch, hat jedoch heilsamen Wirkung auf Körper & Emotionalität, die wissenschaftlich belegt ist.
Beide Verfahren arbeiten mit- und in der Natur, stützen sich also auf Bedingungen und Vorhandenes der entsprechenden gestalteten- (Garten) oder ungestalteten Natur (Landschaft, Wald).
Auch kreativ-, künstlerische Aktivitäten können basierend auf Naturmaterialien sein (LandArt, Blumenstecken) und schöpfen aus der Potenzialität was in der Natur vorhanden ist.
Naturgestützte Interventionen
eine Intervention ist immer eine gezielte, geplante, bewusste "Aktivität" auf ein "Ziel" hin. Ich benötige also weitere Informationen, welche Bedingungen vorliegen (ohne immer die Ursache zu
kennen) und "Was" zu tun ist. Eine Intervention hat verschiedene Ausprägungen, sie kann aktivieren, fördern, erhalten, oder auch therapeutisch sein.
Naturgestützte Interventionen basieren auf gezieltem Vorgehen und verwenden Natur im weitesten Sinne, unter Anwendung und Bezug auf die darin enthaltenen Dinge.
Der Begriff naturgestützte Intervention ist relativ weit gefasst und überschneidet sich mit einigen verwandten Konzepten – dennoch gibt es wichtige Unterschiede:
Naturheilkunde: Damit ist die Verwendung von natürlichen Heilmitteln und Methoden in der Medizin gemeint, z.B. Heilpflanzen, Homöopathie, Kneipp’sche Wasseranwendungen oder Akupunktur. Naturheilkunde zielt vorrangig auf die Behandlung von Krankheiten ab, oft als alternative oder komplementäre Medizin. Im Gegensatz dazu fokussieren naturgestützte Interventionen eher auf pädagogische, psychologische und soziale Prozesse in Verbindung mit Naturerlebnissen. Während also z.B. die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) ein Teil der Naturheilkunde ist, wäre das gemeinschaftliche Gärtnern in einer Klinik als Teil der Therapie eine naturgestützte Intervention. Beide Bereiche nutzen die Natur, aber auf unterschiedliche Weise: Naturheilkunde verabreicht Natur als Medizin (z.B. Kräutertee, Bäder), naturgestützte Interventionen hingegen nutzen Natur als Umgebung und Aktivität im therapeutischen Prozess.
Gartentherapie: Die Gartentherapie ist ein spezieller Anwendungsfall naturgestützter Interventionen und konzentriert sich – wie der Name sagt – auf den Garten und die Pflanzen. Hier werden gärtnerische Tätigkeiten (säen, pflanzen, ernten, Garten pflegen) gezielt eingesetzt, um therapeutische Ziele zu erreichen. Ausgebildete Gartentherapeut:innen begleiten Kranke, Ältere oder Menschen mit Behinderung bei Gartenarbeit, um z.B. Motorik zu schulen, Sinne anzuregen oder Lebensfreude zu wecken. Gartentherapie ist somit pflanzengestützte Therapie in Reinform. Obwohl sie Teilmenge der naturgestützten Interventionen ist, wird sie oft separat genannt, weil sie in Kliniken und Rehabilitation schon relativ etabliert ist. Wichtig ist: Gartentherapie erfordert – wie andere naturgestützte Ansätze – eine professionelle Planung und Betreuung, damit Aktivitäten an die Bedürfnisse der Klient:innen angepasst sind und wirklich Therapiecharakter haben (z.B. Zielsetzung und Fortschrittsüberprüfung, nicht bloß „freies Gärtnern“).
Green Care: Green Care ist ein Sammelbegriff (international und insbesondere in Österreich gebräuchlich) für alle Aktivitäten, die die positive und unterstützende Wirkung von Natur, Tieren und Pflanzen nutzen, um Menschen zu helfen und zu fördern. Unter Green Care fallen Beispiele wie tiergestützte Therapien, Gartentherapie oder Aktivitäten am Bauernhof. Man kann Green Care als Oberbegriff verstehen, der Angebote mit Naturbezug umfasst. Green Care wird oft auf Programme und Einrichtungen bezogen – etwa Sozialprojekte auf Bauernhöfen, die Therapie und Arbeit mit dem Landleben verbinden. Green Care betont zudem, dass diese Angebote kein Ersatz für klassische Medizin oder Therapie sind, sondern eine ergänzende Rolle spielen.
Naturgestützte Interventionen beschreiben grundsätzlich das gesamte Feld, in dem Natur bewusst als Mittel zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden eingesetzt wird. Naturheilkunde ist eher medizinisch-therapeutisch mit Naturmitteln, Gartentherapie ein spezifischer naturgestützter Ansatz mit Gartenarbeit, und Green Care umfasst organisierte Naturangebote im Sozial- und Gesundheitswesen. All diese Begriffe eint die Idee, die Heilkraft der Natur zu nutzen – sei es durch natürliche Substanzen oder durch das Erleben und Wirken in der Natur selbst.
Naturgestützte Therapie bezeichnet einen interdisziplinären therapeutischen Ansatz, bei dem natürliche Umgebungen, Elemente und Materialien gezielt zur Förderung der körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheit eingesetzt werden. Dieser Ansatz nutzt die heilende Wirkung der Natur, um Stress abzubauen, das emotionale Wohlbefinden zu verbessern und soziale Interaktionen zu fördern.
Die Wurzeln der naturgestützten Therapie liegen in traditionellen Heil- und Erholungspraktiken. Bereits seit Jahrhunderten wird der Mensch von natürlichen Umgebungen als Quelle der Regeneration und Heilung überzeugt. Mit der Urbanisierung und den damit verbundenen Belastungen moderner Lebensweisen hat die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der gesundheitsfördernden Wirkung der Natur in den letzten Jahrzehnten zugenommen.
Naturgestützte Interventionen werden in verschiedene Hauptgruppen unterteilt. Zu den zentralen Kategorien gehören:
Tiergestützte Therapie: Integriert Tiere (z. B. Hunde, Pferde, Delfine) in therapeutische Prozesse zur emotionalen Stabilisierung, Stressreduktion und Förderung sozialer Interaktion.
Tiergestützte Pädagogik und Aktivitäten: Nutzen den positiven Einfluss von Tieren auf Lern- und Entwicklungsprozesse sowie zur allgemeinen Steigerung des Wohlbefindens.
Gartentherapie und therapeutische Gärtnerei: Verwenden aktive Gartenarbeit, um kognitive, motorische und psychische Prozesse zu fördern.
Kulinarische und ernährungsbasierte Interventionen: Umfassen Verfahren wie das Verarbeiten von Kräutern zu Teeverkostungen, das Zubereiten und Verkosten von Gemüse sowie Genusstraining, die den sinnlichen und achtsamen Umgang mit natürlichen Lebensmitteln betonen.
Phytotherapie und Aromatherapie: Nutzen Heilpflanzen und ätherische Öle zur gezielten Förderung der Gesundheit im naturheilkundlichen Rahmen.
Wald- und Wildnistherapie: Beinhaltet Aktivitäten wie Waldbaden, therapeutische Naturwanderungen und Abenteuer- sowie Erlebnispädagogik, die zur Stressreduktion und zur Förderung von Selbstreflexion und Resilienz beitragen.
Rituale in Labyrinthen oder Irrgärten: Setzen strukturierte Naturerfahrungen und symbolische Rituale ein, um meditative Zustände und Selbstfindungsprozesse zu unterstützen.
Klimatherapie: Nutzt die heilenden Eigenschaften spezifischer klimatischer Bedingungen zur Linderung physiologischer Beschwerden. Eine Untergruppe stellen z.B. die Blauen Therapien dar:
Wassertherapie: Nutzt natürliche Wasserumgebungen wie Thermalquellen, Seen, Flüsse oder Küsten, um physische und psychische Gesundheit zu fördern.
Meeres- und Binnengewässerbasierte Interventionen: Binden Aktivitäten wie z.B. Thalassotherapie, Aquatherapie u.a. ein.
Biografiearbeit mit Naturmaterialien: Verbindet kreativen Ausdruck mit der Reflexion der eigenen Lebensgeschichte unter Einsatz natürlicher Materialien (z. B. Steine, Blätter, Äste).
Gestalten mit Naturmaterialien: Fördert die visuelle und haptische Auseinandersetzung mit der Natur, unterstützt Planung und Konzeptualisierung von heilenden Umgebungen.
Plastizieren mit Lehm: Nutzt das natürliche Material Lehm als Medium für künstlerische und therapeutische Prozesse.
Die positiven Effekte naturgestützter Therapien lassen sich auf verschiedene Ebenen zurückführen:
Physiologisch: Reduktion von Stresshormonen (z. B. Cortisol), Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit, Schmerzlinderung und Stärkung des Immunsystems. Förderung und Aktivierung des Bewegungsapparates.
Psychisch: Verbesserung der Stimmung, Förderung von Achtsamkeit und Selbstreflexion, Reduktion von Angst und Depression sowie Steigerung der kognitiven Leistungsfähigkeit.
Sozial: Förderung von Gemeinschaftsgefühl, Verbesserung sozialer Interaktionen und Integration benachteiligter Gruppen.
Sensorisch: Intensive Wahrnehmung natürlicher Elemente regt die Sinne an, was zu einer erhöhten Achtsamkeit und inneren Ruhe führt.
Naturgestützte Therapie findet Anwendung in unterschiedlichen Bereichen:
Therapeutische Settings: Kliniken, Rehabilitationszentren, psychotherapeutische Praxen und Pflegeeinrichtungen.
Pädagogische Bereiche: Schulen, Kindergärten und erlebnispädagogische Programme.
Gesundheitsförderung: Präventionsprogramme, Stressmanagement und ganzheitliche Gesundheitskonzepte.
Durch ihre interdisziplinäre Natur kann die naturgestützte Therapie auch mit anderen Therapieansätzen, wie der Naturheilkunde, kombiniert werden. Dabei steht der unmittelbare Kontakt und das Erleben der Natur im Vordergrund, während naturheilkundliche Verfahren (z. B. Phytotherapie, Hydrotherapie) stärker standardisierte, medikamentöse oder extraktionsbasierte Ansätze verfolgen.
Die naturgestützte Therapie bietet einen ganzheitlichen Ansatz, der den Menschen in seiner Beziehung zur Natur anspricht und dabei physische, psychische und soziale Dimensionen der Gesundheit berücksichtigt. Ihre vielfältigen Methoden und Anwendungsfelder machen sie zu einem wertvollen Instrument in der modernen Therapie, das sowohl in klinischen als auch in präventiven und pädagogischen Kontexten Anwendung finden kann.
Die Nutzung natürlicher Elemente als therapeutisches und pädagogisches Mittel hat in den letzten Jahrzehnten erheblich an wissenschaftlicher Aufmerksamkeit gewonnen. Naturgestützte Interventionen (NGI) verbinden den Menschen mit der Natur und zielen darauf ab, physische, psychische und soziale Funktionen zu fördern. Im Folgenden werden die zentralen Verfahren aus drei Hauptgruppen – tiergestützte-, pflanzengestützte- und landschaftsgestützte Interventionen – vorgestellt, ihre methodischen Ansätze erläutert und die nachgewiesenen Effekte diskutiert.
Tiergestützte Interventionen (TGI) nutzen die Interaktion mit Tieren, um therapeutische und pädagogische Prozesse zu unterstützen.
Verfahren:
Die tiergestützte Therapie wird von qualifizierten Therapeuten durchgeführt, die gezielt Tiere (etwa Hunde, Pferde oder Delfine) in den Behandlungsprozess integrieren. Durch den direkten Kontakt
und die Interaktion mit dem Tier entsteht eine emotionale Beziehung, die als Katalysator für therapeutische Prozesse dient. Beispiele umfassen hundegestützte Therapie in der Psychotherapie oder
Hippotherapie in der Rehabilitation.
Wirkungen:
Emotionale Stabilisierung: Die Anwesenheit von Tieren kann Ängste reduzieren und das emotionale Wohlbefinden steigern.
Soziale Interaktion: Die gemeinsame Aktivität fördert kommunikative und soziale Fähigkeiten.
Physiologische Effekte: Studien zeigen eine Senkung von Stresshormonen (z. B. Cortisol) und eine Verbesserung der Herz-Kreislauf-Funktion.
Verfahren:
In der tiergestützten Pädagogik werden Tiere als „Co-Pädagogen“ in Lern- und Entwicklungsprozessen eingebunden. Beispielsweise kommen Schulhunde oder Bauernhofprogramme zum Einsatz, um emotionale
und soziale Kompetenzen, Verantwortungsbewusstsein und Empathie zu fördern.
Wirkungen:
Lernförderung: Der Einsatz von Tieren motiviert Kinder und Jugendliche, was zu einer verbesserten Lernatmosphäre und kognitiven Entwicklung führen kann.
Soziale Integration: Tiere helfen dabei, Barrieren im sozialen Miteinander abzubauen und fördern die Teamfähigkeit.
Verfahren:
Diese Aktivitäten sind weniger formal als Therapien oder pädagogische Interventionen. Sie umfassen beispielsweise regelmäßige Besuche von Therapiehunden in Altenheimen oder tiergestützte
Freizeitangebote, die ohne einen spezifischen therapeutischen Plan durchgeführt werden.
Wirkungen:
Stressreduktion: Die Interaktion mit Tieren führt oft zu einer allgemeinen Reduktion von Stress und einer Steigerung des Wohlbefindens.
Soziale Aktivierung: Solche Aktivitäten fördern den Austausch und die soziale Teilhabe, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen.
Pflanzengestützte Interventionen nutzen Pflanzen und gärtnerische Tätigkeiten als Medium zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden.
Verfahren:
In der Gartentherapie werden spezifische gärtnerische Tätigkeiten unter Anleitung von Fachkräften durchgeführt. Dabei wird gezielt an den individuellen Bedürfnissen der Teilnehmer gearbeitet –
etwa in Form von Pflanzprojekten, Pflege von Blumenbeeten oder dem Gestalten von Heilgärten.
Wirkungen:
Kognitive und motorische Förderung: Das Planen und Durchführen von Gartenarbeiten schult sowohl die Feinmotorik als auch die kognitive Leistungsfähigkeit.
Psychische Entlastung: Der Aufenthalt in einer natürlichen Umgebung und die sinnstiftende Tätigkeit können depressive Symptome und Stress reduzieren.
Soziale Interaktion: Gemeinsame Gartenprojekte stärken den Zusammenhalt und die soziale Teilhabe.
Verfahren:
Diese Interventionen finden häufig in gemeinschaftlichen Kontexten statt. Teilnehmer engagieren sich in Gemeinschaftsgärten oder Therapiehöfen, wo neben der gärtnerischen Tätigkeit auch der
Austausch in der Gruppe gefördert wird.
Wirkungen:
Förderung der Resilienz: Die Verantwortung und der Erfolg in der Gartenarbeit stärken das Selbstwertgefühl.
Soziale Vernetzung: Die gemeinsamen Projekte bieten einen Rahmen für soziale Kontakte und den Abbau von Isolation.
Verfahren:
Urban Gardening integriert die gärtnerische Arbeit in städtische Räume, beispielsweise in Form von Gemeinschaftsgärten, Dachgärten oder Balkongärten. Es handelt sich oft um Projekte, die nicht
ausschließlich therapeutisch ausgerichtet sind, aber dennoch signifikante gesundheitsfördernde Effekte haben.
Wirkungen:
Stressreduktion: Der Zugang zu Natur in urbanen Umgebungen kann den Stresslevel senken.
Partizipation: Die aktive Mitgestaltung der städtischen Grünflächen fördert das Gemeinschaftsgefühl und die partizipative Stadtentwicklung.
Verfahren:
Heilgärten werden in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen angelegt, um Patienten in ihrer Genesung zu unterstützen. Ergänzt wird dies oft durch die Einbindung von Kräuterkunde, wobei
Heilpflanzen und deren traditionelle Anwendungen im Mittelpunkt stehen.
Wirkungen:
Ganzheitliche Therapie: Die sensorische Stimulation durch Farben, Düfte und Texturen fördert die mentale und physische Erholung.
Naturverbundenheit: Der regelmäßige Kontakt mit der Natur kann die spirituelle und emotionale Gesundheit stärken.
Landschaftsgestützte Interventionen nutzen größere Natur- und Landschaftsbereiche als Rahmen für therapeutische und erlebnispädagogische Prozesse.
Verfahren:
Die Wildnis- und Waldtherapie umfasst geplante Aufenthalte in natürlichen, oftmals unberührten Landschaften. Dabei werden Aktivitäten wie geführte Waldspaziergänge, Shinrin-Yoku (Waldbaden) oder
therapeutische Naturwanderungen angeboten.
Wirkungen:
Stressabbau: Der Aufenthalt in naturbelassenen Umgebungen führt zu einer signifikanten Reduktion von Stress und Anspannung.
Selbstreflexion und Resilienz: Die intensive Naturerfahrung fördert Selbstbewusstsein, Problemlösungsfähigkeiten und emotionale Resilienz.
Verfahren:
Abenteuer- und erlebnispädagogische Ansätze nutzen herausfordernde Naturerlebnisse – etwa Klettern, Wandern oder Überlebenstrainings – als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung. Die Teilnehmer
werden in ihrem Selbstvertrauen und in ihrer Fähigkeit zur Problemlösung gestärkt.
Wirkungen:
Förderung von Teamarbeit: Gemeinsame Herausforderungen schweißen Gruppen zusammen und fördern die soziale Kompetenz.
Stärkung der Selbstwirksamkeit: Das Bewältigen von Naturherausforderungen erhöht das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.
Verfahren:
Hierbei werden körperliche Aktivitäten in natürlichen Umgebungen integriert. Beispiele sind geführte Spaziergänge, Outdoor-Sportgruppen oder andere Formen von „Green Exercise“, die bewusst in
Parks oder naturnahen Landschaften durchgeführt werden.
Wirkungen:
Physische Gesundheit: Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft verbessert die kardiovaskuläre Fitness und reduziert körperliche Beschwerden.
Mentale Entspannung: Die Verbindung von Bewegung und Natur führt zu einer verbesserten Stimmung und einem verringerten Stressniveau.
Verfahren:
Bei der Landschaftstherapie, auch als Ökotherapie bezeichnet, werden gestaltete, heilende Landschaften (z. B. Parks, Naturpfade oder speziell angelegte Heilgärten) als therapeutische Umgebungen
genutzt. Die Intervention integriert sowohl passive als auch aktive Naturerfahrungen in den Behandlungsprozess.
Wirkungen:
Ganzheitliche Erholung: Der strukturierte Kontakt mit einer heilenden Landschaft fördert die Entspannung und den Wiederaufbau psychischer Ressourcen.
Soziale und ökologische Verbundenheit: Teilnehmer erfahren eine stärkere Verbindung zu ihrer Umgebung, was zur Steigerung des Gemeinwohls beiträgt.
Naturgestützte Interventionen bieten vielfältige Verfahren, die auf unterschiedlichen Ebenen wirken. Während tiergestützte Ansätze vor allem über emotionale Bindungen und soziale Interaktion wirken, bieten pflanzengestützte Interventionen durch gärtnerische Tätigkeiten kognitive, motorische und soziale Vorteile. Landschaftsgestützte Interventionen nutzen die regenerative Kraft der Natur, um Stress zu reduzieren und Selbstwirksamkeit sowie Resilienz zu fördern. Die wissenschaftliche Evidenz unterstützt zunehmend den Einsatz dieser Verfahren in Therapie, Pädagogik und Gesundheitsförderung.